Der Bitcoin und digitale Währungen im Informationszeitalter

** Achtung: Investieren in digitale Währungen (Kryptowährungen) ist sehr riskant und kann im Extremfall zum Totalverlust führen. Der folgende Artikel ist meine persönliche Meinung und versucht eine Annäherung an das Thema zu sein, keine Empfehlung sein Kapital einzusetzen.

Zugegeben, als ich das erste Mal vom Bitcoin gehört habe, habe ich nicht wirklich geglaubt, dass sich das Konzept durchsetzen kann. Nachdem ich mich jedoch näher damit beschäftigt habe, ist mir bewusst geworden, dass es eine großartige Innovation ist, die sicherlich in Zukunft eine Rolle spielen wird.

Der Bitcoin macht es vor. Dezentral ins neue Zeitalter.

Das alte Paradigma war zentral. Die Bank und ähnliche Einrichtungen als zentrale Einheiten, die eine Leistung erbringen. Durch den Bitcoin ändert sich das. Der Bitcoin ist nicht nur eine digitale Währung, sondern auch Software, die auf vielen Rechnern in einem Verbund läuft, eine sogenannte verteilte Anwendung.

Die Vorteile einer digitalen Währung liegen auf der Hand:

  • Weltweites Überweisen, innerhalb von Minuten
  • Keine oder nur sehr niedrige Gebühren
  • Kleine Transaktionen werden in Zukunft per digitaler Währung und Handy erledigt

Die E-Mail hat den Brief abgelöst. Das Internet (Wikipedia u.ä.) hat die Enzyklopädien abgelöst und setzt die klassischen Zeitungen unter Druck. Diese Reihenfolge lässt sich nun mit dem Bitcoin, beziehungsweise mit den digitalen Währungen fortsetzten. Der Bitcoin wird wahrscheinlich die klassischen Währungen nicht komplett ablösen, aber das Potenzial ist vorhanden.

bitcoin-email-browser

Der Bitcoin, die erste digitale Währung, die eine große Reichweite erzielt hat, mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von ca. 7 Milliarden US Dollar, wird nun 5 Jahre alt. 5 Jahre sind im digitalen Informationszeitalter viel Zeit.

Das mooresche Gesetz besagt, dass sich die Transistorendichte der Computer regelmäßig verdoppelt; je nach Quelle werden 12 bis 24 Monate als Zeitraum genannt. Die Computer können also jedes Jahr ungefähr doppelt so viele Rechenoperationen ausführen wie zuvor. (Wikipedia)

Risiken

Natürlich muss man auf die Risiken hinweisen, was digitale Währungen angeht. Der Bitcoin hat keinen zugrunde liegenden Wert. Der Euro hat das im Prinzip auch nicht (Fiatgeld), wird aber von den Regierungen unterstützt, was man ja im Zuge der Finanzkrise gesehen hat.

Keiner kann sagen, ob der Bitcoin im Preis steigt oder fällt. Der Bitcoin könnte von einer anderen digitalen Währung abgelöst werden und zwar nicht in ein bis zwei Jahren, dank der Schnelligkeit des Internet könnte das über Nacht gehen.

Das Mining und die 51% Prozent Attacke

Der Bitcoin wird durch einen Prozess generiert der „Mining“ heißt. „Minen“ kann jeder, der einen Computer hat. Was jedoch anfangs dazu gedacht war, dass man viele Leute hat, die Minen, ist durch die Gier der Leute zu einem Millionen Dollar Geschäft geworden. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht die Verteilung der Rechenleistung so aus, das nur einige wenige Betreiber große Stücke des Marktanteils auf ihrer Seite haben. Die Verteilung der Mining Rechenleistung sieht aus wie folgt:

mining-distribution

Mit dem Aufkommen der großen „Mining Pools“, also Zusammenschlüsse verschiedener Rechner zu einem „Pool“ steigt das Risiko der 51% Attacke. Sobald ein Pool diese Grenze erreicht, könnten verschiedene falsche Aktionen innerhalb des Bitcoin Netzwerks durchgeführt werden. Eine Überweisung wird zum Beispiel verifiziert, die eigentlich unerlaubt wäre. Oder anders herum eine Überweisung, die eigentlich richtig gewesen wäre wird falsifiziert.

In Deutschland gibt es jetzt sogar eine Firma aus Dresden, die 15 Millionen US Dollar bis 30ten September 2014 einsammeln will für das Herstellen von ASIC Hardware, die nur dazu gemacht wird um Bitcoins zu minen. Die Webseite der Firma heißt coinbau.com.

Die Marktanalyse – PayPal und Co

PayPal ist eines der größten Bezahlsysteme im Internet mit ca. 240 Millionen Konten (Stand Juli 2014). Im zweiten Quartal 2014 machte PayPal einen Umsatz von 2 Milliarden US Dollar. Der Bitcoin hatte heute ein Handelsvolumen von 25 Millionen Dollar. Man kann sehen, dass noch viel Platz nach oben ist und meiner Meinung nach wird der Bitcoin beziehungsweise die digitalen Währungen diese Bezahlsysteme ablösen.

Ich mir sicher, dass mit dem Aufkommen der digitalen Währungen, PayPal und andere Bezahldienste ihr derzeitiges Wachstum nicht halten können werden wenn sie den Bitcoin ablehnen. Laut einer Nachricht will eBay ja jetzt schon auf den Zug aufspringen und demnächst Bitcoins akzeptieren.

Bitcoin 2.0 – Web 3.0 – Ethereum, NXT, BitcoinDark

Die digitale Währung Bitcoin hat sich bewährt. Jetzt geht die Entwicklung in die nächste Runde. Ethereum, NXT und der BitcoinDark sind alles digitale Währungen in der zweiten Generation, also Neuentwicklungen. Sie basieren nicht auf der Software des Bitcoins und wollen die Nachteile des Bitcoins ausmerzen.

Diese Weiterentwicklungen sind nicht nur digitale Währungen, sondern wollen noch viel mehr möglich machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sind noch nicht wirklich überschaubar.

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel eine komplett anonyme Tauschbörse, quasi der Torrent der nächsten Generation. Es gibt mit der NXT Asset Exchange schon einen dezentralen Marktplatz für quasi alles, eine Art Aktienbörse des Internets.

Des Weiteren gibt es den DGS (Digital Goods Store), was quasi das Amazon oder das eBay der nächsten Generation sein könnte, wo jeder etwas verkaufen kann ohne Mittelmann.

Eine Übersicht der verschiedenen Neuentwicklungen findet man auf verschiedenen Seiten, die ich in diesem Artikel zusammengefasst habe.

Fazit

Der Markt für digitale Währungen ist auf jeden Fall vorhanden und ich denke, dass digitale Währungen in Zukunft nicht mehr wegzudenken sind. Keiner weiß, ob der Bitcoin in Zukunft noch relevant sein wird oder ob andere digitale Währungen nachziehen, aber sie werden nicht einfach verschwinden. Jeder wird ganz selbstverständlich mit digitalen Währungen seine täglichen Rechnungen bezahlen. Ob beim Bäcker um die Ecke oder beim nächsten Autokauf, bezahlen wird einfach überall innerhalb kurzer Zeit mit dem Handy möglich sein.

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