Kryptowährungen

Andreas Antonopoulus: „Bitcoin: Dumb Networks, Innovation and the Festival of the Commons“

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Der Bitcoin und digitale Währungen im Informationszeitalter

** Achtung: Investieren in digitale Währungen (Kryptowährungen) ist sehr riskant und kann im Extremfall zum Totalverlust führen. Der folgende Artikel ist meine persönliche Meinung und versucht eine Annäherung an das Thema zu sein, keine Empfehlung sein Kapital einzusetzen.

Zugegeben, als ich das erste Mal vom Bitcoin gehört habe, habe ich nicht wirklich geglaubt, dass sich das Konzept durchsetzen kann. Nachdem ich mich jedoch näher damit beschäftigt habe, ist mir bewusst geworden, dass es eine großartige Innovation ist, die sicherlich in Zukunft eine Rolle spielen wird.

Der Bitcoin macht es vor. Dezentral ins neue Zeitalter.

Das alte Paradigma war zentral. Die Bank und ähnliche Einrichtungen als zentrale Einheiten, die eine Leistung erbringen. Durch den Bitcoin ändert sich das. Der Bitcoin ist nicht nur eine digitale Währung, sondern auch Software, die auf vielen Rechnern in einem Verbund läuft, eine sogenannte verteilte Anwendung.

Die Vorteile einer digitalen Währung liegen auf der Hand:

  • Weltweites Überweisen, innerhalb von Minuten
  • Keine oder nur sehr niedrige Gebühren
  • Kleine Transaktionen werden in Zukunft per digitaler Währung und Handy erledigt

Die E-Mail hat den Brief abgelöst. Das Internet (Wikipedia u.ä.) hat die Enzyklopädien abgelöst und setzt die klassischen Zeitungen unter Druck. Diese Reihenfolge lässt sich nun mit dem Bitcoin, beziehungsweise mit den digitalen Währungen fortsetzten. Der Bitcoin wird wahrscheinlich die klassischen Währungen nicht komplett ablösen, aber das Potenzial ist vorhanden.

bitcoin-email-browser

Der Bitcoin, die erste digitale Währung, die eine große Reichweite erzielt hat, mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von ca. 7 Milliarden US Dollar, wird nun 5 Jahre alt. 5 Jahre sind im digitalen Informationszeitalter viel Zeit.

Das mooresche Gesetz besagt, dass sich die Transistorendichte der Computer regelmäßig verdoppelt; je nach Quelle werden 12 bis 24 Monate als Zeitraum genannt. Die Computer können also jedes Jahr ungefähr doppelt so viele Rechenoperationen ausführen wie zuvor. (Wikipedia)

Risiken

Natürlich muss man auf die Risiken hinweisen, was digitale Währungen angeht. Der Bitcoin hat keinen zugrunde liegenden Wert. Der Euro hat das im Prinzip auch nicht (Fiatgeld), wird aber von den Regierungen unterstützt, was man ja im Zuge der Finanzkrise gesehen hat.

Keiner kann sagen, ob der Bitcoin im Preis steigt oder fällt. Der Bitcoin könnte von einer anderen digitalen Währung abgelöst werden und zwar nicht in ein bis zwei Jahren, dank der Schnelligkeit des Internet könnte das über Nacht gehen.

Das Mining und die 51% Prozent Attacke

Der Bitcoin wird durch einen Prozess generiert der „Mining“ heißt. „Minen“ kann jeder, der einen Computer hat. Was jedoch anfangs dazu gedacht war, dass man viele Leute hat, die Minen, ist durch die Gier der Leute zu einem Millionen Dollar Geschäft geworden. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht die Verteilung der Rechenleistung so aus, das nur einige wenige Betreiber große Stücke des Marktanteils auf ihrer Seite haben. Die Verteilung der Mining Rechenleistung sieht aus wie folgt:

mining-distribution

Mit dem Aufkommen der großen „Mining Pools“, also Zusammenschlüsse verschiedener Rechner zu einem „Pool“ steigt das Risiko der 51% Attacke. Sobald ein Pool diese Grenze erreicht, könnten verschiedene falsche Aktionen innerhalb des Bitcoin Netzwerks durchgeführt werden. Eine Überweisung wird zum Beispiel verifiziert, die eigentlich unerlaubt wäre. Oder anders herum eine Überweisung, die eigentlich richtig gewesen wäre wird falsifiziert.

In Deutschland gibt es jetzt sogar eine Firma aus Dresden, die 15 Millionen US Dollar bis 30ten September 2014 einsammeln will für das Herstellen von ASIC Hardware, die nur dazu gemacht wird um Bitcoins zu minen. Die Webseite der Firma heißt coinbau.com.

Die Marktanalyse – PayPal und Co

PayPal ist eines der größten Bezahlsysteme im Internet mit ca. 240 Millionen Konten (Stand Juli 2014). Im zweiten Quartal 2014 machte PayPal einen Umsatz von 2 Milliarden US Dollar. Der Bitcoin hatte heute ein Handelsvolumen von 25 Millionen Dollar. Man kann sehen, dass noch viel Platz nach oben ist und meiner Meinung nach wird der Bitcoin beziehungsweise die digitalen Währungen diese Bezahlsysteme ablösen.

Ich mir sicher, dass mit dem Aufkommen der digitalen Währungen, PayPal und andere Bezahldienste ihr derzeitiges Wachstum nicht halten können werden wenn sie den Bitcoin ablehnen. Laut einer Nachricht will eBay ja jetzt schon auf den Zug aufspringen und demnächst Bitcoins akzeptieren.

Bitcoin 2.0 – Web 3.0 – Ethereum, NXT, BitcoinDark

Die digitale Währung Bitcoin hat sich bewährt. Jetzt geht die Entwicklung in die nächste Runde. Ethereum, NXT und der BitcoinDark sind alles digitale Währungen in der zweiten Generation, also Neuentwicklungen. Sie basieren nicht auf der Software des Bitcoins und wollen die Nachteile des Bitcoins ausmerzen.

Diese Weiterentwicklungen sind nicht nur digitale Währungen, sondern wollen noch viel mehr möglich machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sind noch nicht wirklich überschaubar.

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel eine komplett anonyme Tauschbörse, quasi der Torrent der nächsten Generation. Es gibt mit der NXT Asset Exchange schon einen dezentralen Marktplatz für quasi alles, eine Art Aktienbörse des Internets.

Des Weiteren gibt es den DGS (Digital Goods Store), was quasi das Amazon oder das eBay der nächsten Generation sein könnte, wo jeder etwas verkaufen kann ohne Mittelmann.

Eine Übersicht der verschiedenen Neuentwicklungen findet man auf verschiedenen Seiten, die ich in diesem Artikel zusammengefasst habe.

Fazit

Der Markt für digitale Währungen ist auf jeden Fall vorhanden und ich denke, dass digitale Währungen in Zukunft nicht mehr wegzudenken sind. Keiner weiß, ob der Bitcoin in Zukunft noch relevant sein wird oder ob andere digitale Währungen nachziehen, aber sie werden nicht einfach verschwinden. Jeder wird ganz selbstverständlich mit digitalen Währungen seine täglichen Rechnungen bezahlen. Ob beim Bäcker um die Ecke oder beim nächsten Autokauf, bezahlen wird einfach überall innerhalb kurzer Zeit mit dem Handy möglich sein.

Grundeinkommen per Kryptogeld – Auroracoin und FIMKrypto machen es vor

Die Idee des Grundeinkommens ist schon etwas älter. Mit dem Aufkommen der Kryptowährungen in den letzten Jahren hat das Thema wieder an Dynamik gewonnen.

Finnland und Island machen es vor

Im Prinzip kann jeder seine eigene Kryptowährung erstellen. Man muss nicht mal bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Regulierung des Marktes ist erst in der Entwicklung und es bleibt abzuwarten was sich die Regierungen so einfallen lassen.

Die Isländer haben ja eine bewegte Geschichte wenn es um Geld geht. Während der Finanzkrise in Island sind drei große isländische Banken zahlungsunfähig geworden und sind nicht von der Regierung „gerettet“ worden.

Der Auroracoin in Island

Die Isländer sind nun auch die ersten, die ein Grundeinkommen per Kryptogeld eingeführt haben. Auf der Webseite des Auroracoins heißt es, der „Airdrop“, also die Herausgabe der Coins werde am 25ten März 2014 beginnen. Welche Wege zur Authentifizierung der Benutzer benutzt worden sind, habe ich nicht herausfinden können. Die Benutzer wurden wohl anhand der IP Adresse Identifiziert. Alle 330.000 Isländer bekamen 31,8 Auroracoins.

Anscheinend haben die Isländer ihren Auroracoin gleich wieder verkauft, denn der Wechselkurs ist im Keller. Derzeit liegt er bei 0,02€. Die Herausgeber des Coins haben zwar die Menge des Grundeinkommens verzehnfacht, aber das Problem, dass die Akzeptanz einfach nicht da ist, ändert daran wenig.

Der FIMKrypto in Finnland

Ähnlich sieht es in Finnland aus. Jeder, der mindestens 15 Jahre alt ist bekommt 100 FIMKryptos. Bei dem derzeitigen Wechselkurs wären das 0,1 US Dollar. Es wird wohl zwangsweise eine Erhöhung der ausgegebenen Coins geben. Der FIMKrypto startete im Juli 2014.

Die Akzeptanz

Es war wohl abzusehen, dass sich die Wechselkurse der quasi nationalen Kryptowährungen so entwickeln. Die Frage bleibt, ob es in Zukunft nicht doch einen Markt für nationale Kryptowährungen gibt. Zuerst muss natürlich das Verständnis bei der Bevölkerung vorhanden sein, was denn eine Kryptowährung überhaupt ist. Die meisten Leute wissen wahrscheinlich eher nicht was ein Bitcoin ist, also werden Sie auch die Kryptowährungen an sich ablehnen.

Learning by doing

Mit einer breiten Akzeptanz des Bitcoins werden auch andere Kryptowährungen anklang finden bei der breiten Bevölkerung. Mir persönlich gefällt das Konzept des Grundeinkommens per Kryptowährung.

Zum derzeitigen Zeitpunkt muss man zugeben, dass das Konzept noch nicht wirklich funktioniert.

Erst muss das Wissen über Kryptowährungen vorhanden sein, und die Akzeptanz der Idee. Erst wenn man mit der quasi nationalen Währung (FIMKrypto oder Auroracoin) auch wirklich bezahlen kann, also Essen, Wohnung oder ähnliches, wird auch der Wert anders bemessen.

Die Entwicklung der Kryptowährungen ist sehr dynamisch. Täglich gibt es neue Emissionen, wobei natürlich auch viel Schrott dabei ist. Die Kryptowährungen sind mit 5 Jahren noch in den Kinderschuhen.

Die Idee finde ich jedoch sehr spannend und ich werde mich auch in Zukunft damit beschäftigen.

Weiterführende Artikel zum Thema:

Georg Jähnig –  Kryptogeld verlangt Konsumsteuer und Grundeinkommen
Klaus Horn – Kryptowährungen – die Anarchie des Geldsystems – pro Konsumsteuer – pro BGE
Jan Schejbal – Probleme bei BitCoin – gesellschaftstheoretisch und technisch
Jon Perry – Implementing a Basic Income via a Digital Currency

Bitcoin per Fernseher und DVB-T überweisen – Kryptoradio

bitcoinradio

Die Idee stammt aus Finnland. Bitcoin wird immer bekannter. Die Akzeptanz wächst von Tag zu Tag. Jetzt soll man demnächst sogar über den Fernseher Bitcoins verschicken können. Teleshopping mal anders.

Auf der Seite des Projekts heisst es zu den Möglichkeiten:

  • Übertragung von Bitcoin Transaktionen, Blöcken und Wechselkurse
  • Real-Time
  • Benutzt terrestrisches Fernsehen weltweit (DVB-T)
  • „Bitcoin in der Luft“

Das Projekt ist noch nicht ganz fertig, es fehlt noch das Übertragen der Wechselkurse. Der Quellcode der Software ist Open Source.

http://kryptoradio.koodilehto.fi/

 

NXTdrop – Das erste dezentrale Gemälde der Welt

So, hier ist es also, das erste dezentrale Gemälde der Welt. Hört sich witzig an, ist es auch. Dezentral deshalb weil es von einer Menge an Leuten „besessen“ wird. Der Maler hat sein Gemälde auf den Markt gebracht und man kann Anteile davon auf der NXT Asset Exchange ersteigern beziehungsweise handeln.

Derzeit bei 0.0231€ pro NXT und 100.000 Anteilen des Gemäldes beläuft sich der Wert des Gemäldes also auf Insgesamt 2310€. NXT ist eine sogenannte „second generation cryptocurrency“. Also Kryptogeld der zweiten Generation.

http://nxtdrop.blogspot.fi/

NXT Details:
Account: NXT-V5JC-2WXJ-LHPL-8E5JZ
Asset Id:2751500054965016187

5 Webseiten zur Übersicht der Kryptowährungen

Coingecko

coingecko

https://www.coingecko.com/

Coingecko hat verschiedene Metriken die über die Gewichtung in der Tabelle entscheidet und ist daher am besten geeignet um sich ein Bild von der derzeitigen Situation einer Kryptowährung zu machen.

Eingesetzte Metriken:

  • Marktkapitalisierung
  • Liquidität
  • Repository Aktivität (Entwickler)
  • Social Media- und Forenaktivität

 

Coinmarketcap

coinmarketcap

http://coinmarketcap.com/

Listet die verschiedenen Währungen nur durch ihre Marktkapitalisierung auf.

 

Cryptocoincharts

cryptocoinchart

http://www.cryptocoincharts.info/v2/

Bietet Charts für die Kryptowährungen.

 

Cryptorating

cryptorating

http://cryptorating.org/

Versucht eine Art Rating für Kryptowährungen zweiter Generation zu sein, zur Zeit aber mit relativ wenig Input. Die Bereiche die Untersucht werden sind: Innovation, Community, Usability, Market, Developer, Potential.

 

Coinssource

coinssource

http://www.coinssource.com/markets/

Listet Standardmäßig nach Marktkapitalisierung kann aber anders Sortiert werden. Hat viele Neuemissionen im Portfolio.